Mori Ôgai zum 100.Todestag

Stadtspaziergang mit Beate Wonde auf dem Spuren von „Maihime“

Berlin zwischen Tiergarten und Marienkirche als literarischer Topos

Am 9. Juli jährt sich der 100. Todestag des vielseitigen Mediziner-Schriftstellers und Vermittlers deutscher und europäischer Kultur in Japan, Mori Ôgai (1862-1922).

Seine unmittelbar nach seinem Deutschlandaufenthalt 1884-88 verfasste Berliner Novelle „Maihime“ (1890), auf Deutsch „Das Ballettmädchen“ (Jürgen Berndt, 1994) bzw. „Die Tänzerin“ (Wolfgang Schamoni, 1989/1994) ist Pflichtliteratur in japanischen Schulen und für so manchen Japaner Anreiz, nach Berlin zu reisen, um an Ort und Stelle diesen literarischen Tops zu durchschreiten, ja sich in der Atmosphäre des Heute damit geistig und emotional zu verbinden.

Tatsächlich ist es Ôgai gelungen, die Liebesgeschichte zwischen einem jungen Japaner und einer deutschen Tänzerin am Viktoriatheater im Berlin der Bismarck-Zeit geografisch so anzulegen, dass das Werk einer literarischen Vermessung des historischen Zentrums von Berlin gleichkommt, eines Bereiches zwischen Tiergarten, Karlstraße/heute Reinhardtstr., Wilhelm bzw. Voßstraße und Marienkirche bzw. einstigem Viktoriatheater.

Ôgais Novelle, welche den Beginn der modernen Literatur in Japan einleitete, trägt autobiographische Züge. Beim Stadtrundgang wollen wir das alte Berlin mit den Augen Ôgais bzw. seines alter ego Ôta Toyotarô sehen, uns mit der Frage Dichtung und Wahrheit auseinandersetzen und unsere vertraute Stadt mit den Augen eines Japaners in den 1880ern betrachten. Vieles gab es noch nicht, manches heute nicht mehr oder ganz anders. Lassen Sie sich überraschen. Frau Beate Wonde, wird Sie auf diesem ca. 2 h dauernden Stadtspaziergang begleiten und an ihrem reichen Wissen über Leben und Werk Mori Ôgais teilhaben lassen.

Unser Austausch wird sicher fruchtbringender, wenn Sie die kurze Novelle im Vorfeld gelesen haben. Eingeladen sind außer den DJG-Mitgliedern ausdrücklich alle an Ôgai Interessierte, besonders auch Lehrer, Schüler und Studenten, die sich im Unterricht mit diesem Werk auseinandersetzen.

Die Führung soll am ehemaligen Schloss/Humboldt Forum enden, damit wir uns im dortigen Bistro im Sitzen weiter austauschen können oder um zum Abschluss von der Dachterrasse aus noch einmal den herrlichen Blick auf Ôgais Berlin zu genießen.

Datum: Montag, den 27. Juni 2022 17 Uhr – bis ca. 19 Uhr

Treffpunkt: Am Pariser Platz (Brandenburger Tor), vor dem Eingang „Akademie der Künste“

Eine kleines freiwilliges „Dankeschön“ (nach Ihren Möglichkeiten) für Frau Wonde ist willkommen.

 

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